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Aktienrückkäufe - Zauberlehrlinge

Die letzten Jahre haben unglaublich viele Aktienrückkäufe gesehen. Das ist nicht ganz trivial und auch nicht ganz ungefährlich.
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Kommentare

Bild des Benutzers Anonymous

Wieso sagt er mehrmals, dass es schlimm ist, dass Firmen die einzigen Käufer sind, aber erklärt den Gedanken, dass es schlimm sei, nicht? Was ist denn das Schlimme daran?
Bild des Benutzers Fintool Team

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wenn Firmen, die Aktienrückkäufe durchführen, der Käufer von Aktien sind, ergeben sich daraus mehrere Probleme: 1. Firmen können in der Praxis nicht beliebig viele Aktien zurückkaufen, weil sonst die Eigenkapitalbasis zu klein und der Verschuldungsgrad zu hoch wird. Fällt die Firma als Käufer aus, gibt es im Extremfall keine Nachfrage mehr nach den Aktien der Firma. Das Beispiel IBM zeigt dies sehr schön: IBM musste vor kurzem die Pläne für weitere Rückkäufe sistieren, weil eine Rating-Agentur mit einer Herabstufung vom Investment Grade Bereich (Rating AAA bis BBB) in High Yield (BB+ und schlechter). Hätte IBM weitergemacht, wären die Refinanzierungsbedingungen für IBM viel schlechter geworden. Interessant ist auch, dass IBM in den letzten Jahren operativ nicht vorankam und der Aktienkurs bei steigenden Märkten kontinuierlich gesunken ist. 2. Aktienrückkäufe sind zyklisch und machen v.a. bei tiefen Zinsen und tiefen Aktienkursen sind. Es liegen nun mehrere Jahre hinter uns, in denen die Bedingungen für Aktienrückkäufe sehr günstig waren. Es fragt sich, wer die Aktien kaufen soll, wenn die Bedingungen einmal nicht mehr so günstig sind. 3. Es wäre besser, wenn die Firmen profitable Investitionen tätigen würden, als Financial Engineering zu betreiben. Als Marktbeobachter stellt sich die Frage, ob die wirtschaftlichen Perspektiven so schlecht sind, dass man keine besseren Investitionen als eigene Aktien sieht. Und falls das so ist, dann verheisst das nichts gutes für die wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen sind der entscheidende Wachstumsmotor für eine Volkswirtschaft.
Bild des Benutzers Al Osterwalder

Aktienrückkäufe sind Schwächezeichen des Management. Angst und Unvermögen bestimmen die Unternehmenspolitik, man scheut Innovationen, progressive unternehmerische Massnahmen, M and A usw. Aktionäre erwarten Mehrwert, durch Wachstum ohne grosse Gewinnverwässerung, durch verbesserte Dividenden. Mitarbeiter erwarten Kontinuität, Prosperität und langfristige Sicherung von gut honorierten und interessanten Arbeitspätzen. Aktienrückkäufe nagen an der Unternehmenssubstanz und gefährden Zukunftschancen.
Bild des Benutzers Pitsch

"Aktionäre erwarten Mehrwert, durch Wachstum ohne grosse Gewinnverwässerung" - Genau das passiert doch eigentlich bei Aktienrückkäufen, die Gewinne pro Aktie steigen.
Bild des Benutzers Fintool Team

Sie haben recht, die Gewinne pro Aktie steigen. Gleichzeitig erhöht sich aber, wie wir es gezeigt haben, die Verschuldungsquote und die Eigenkapitalquote sinkt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines Konkurses. Man muss daher im Einzelfall überprüfen, ob der höhere Gewinn pro Aktie genug hoch ist, um diese erhöhten Risiken adäquat zu entschädigen. Zusätzlich ergibt sich bei Aktienrückkäufen unter Umständen ein Interessenkonflikt: wenn das Management variable Vergütungen erhält, die abhängig sind von der Eigenkapitalrendite, kann dies zu einer zu starken Nutzung von Rückkäufen führen. Bleibt der Gewinn gleich und die Anzahl Aktien sinkt, erhöht sich die Eigenkapitalrendite ohne dass die Firma wirklich bedeutende geschäftliche Erfolge erzielen konnte. Die variable Kompensation des Managements steigt, ohne dass den zusätzlichen Risiken Rechnung getragen wird.
Bild des Benutzers Fintool Team

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Aktienrückkäufe sind nicht per se etwas schlechtes. Bedenklich wird es, wenn operativ keine Fortschritte erfolgen und die Firma hauptsächlich mit der (vermeintlichen) Optimierung der Kapitalstruktur beschäftigt ist. Ob sie an der Substanz der Firma nagen, hängt von vielen Faktoren ab, u.a. Höhe des Cash Flows, Investitionen in die Zukunft, Preis der zurückgekauften Aktien usw..
Bild des Benutzers Pitsch

Wenn man dieses Video schaut, kommt man zum Schluss, dass Aktienrückkäufe grundsätzlich etwas schlechtes sind. Ist es aber nicht viel mehr so, dass man dadurch die Passivseite auch optimieren kann. Dass es manche Manager damit übertreiben ist natürlich zutreffend.
Bild des Benutzers Paul Uhler

In der gegenwärtig anhaltenden Tiefzinsphase und gleichzeitig konstant steigenden Dividenden sind Aktienrückkäufe eine logische Konsequenz, denn jedes Unternehmen will seine (Kapital-) Kosten möglichst reduzieren und seine Profite optimieren. Bei Dividenden von über 4% und 0,5% Zinsen für Fremdkapital ist in der heutigen Situation ein Abbau von Eigenkapital und Aufbau von Fremdkapital beinahe zwingend. Solange dies in einem vernünftigen Mass passiert (Swisslife, SIKA, etc.) ist dagegen auch nichts einzuwenden.
Bild des Benutzers DJST

... sind Aktienrückkäufe. Auf die Umstände kommt es an. Starke Cashflows, tiefe Bewertung - warum nicht? Kommt auf die Steuergesetze an ob ein Rückkauf mehr Sinn macht als eine Dividende. Aber in dem geschilderten Ausmass ist das nur ein „Reiten“ der Zinsen, mit einem im Durchschnitt wohl bösen Ende.

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